Finger weg von den Kindern und Familien
FOREF weist darauf hin, dass auch in Deutschland Unschuldsvermutung und Religionsfreiheit gelten. Regeln für Kindesherausnahmen als ultima ratio sind streng und niemals voreilig anzunehmen.
Vorverurteilungen sind daher ausgeschlossen. Sippenhaft oder Umgehungen durch Zugriff auf Kinder ohnehin. Das staatliche Wächteramt kann nicht zur Umgehung von Grundfreiheiten genutzt werden, so verlockend der Gedanke auch sein mag, Eltern über ihre Kinder zu erpressen und zum Ausstieg zu nötigen.
Folgerichtig darf aufgrund von vermuteten Verfehlungen einzelner nicht ausnahmslos auf Verantwortlichkeit der Gemeinschaften geschlossen werden.
Vorwürfe muss man Einzelfall- und personenbezogen begründen, nur in Ausnahmefällen gemeinschaftsbezogen
Vorwürfe müssen gegen jeden einzelnen Betroffenen begründet und so nachvollziehbar erhoben werden, dass eine Einlassung möglich scheint.
Sektennarrative einschließlich des Begriffes „Sekte“ sind in Verfahren zu vermeiden oder auf nachweislich dokumentierte Verstöße zu beschränken.
Gemeinschaften sollten sich hingegen mit dem Begriff von ihrer Seite aus auseinandersetzen und transparent dafür Sorge tragen, dass neutrale Sichtweisen und Prüfungen möglich sind. Es wäre wünschenswert, neutrale Prüfungen des Kindeswohles oder der Riten, des Aufbaus und der Schriften der Gemeinschaft offenzulegen, soweit dies die religiöse Ehre nicht verletzt.
Transparente Regeln und klare Bekenntnisse zu Grundregeln wie der Charta der Grundrechte der Europäischen Union oder des deutschen Grundgesetzes sowohl einzelner Mitglieder als auch der Gemeinschaft als Ganzes wäre wünschenswert, um dem Argument der Parallelgesellschaft ohne überschaubare Strukturen Rechnung zu tragen und Bedenken vorweg Wind aus den Segeln zu nehmen.
Weltanschauungsbeauftragte und Anti-Sektenexperten sollten zudem, wenn nur einseitige Kenntnisse oder nicht zureichende Kenntnisse objektiver Art bestehen dies deutlich kommunizieren oder nicht kommunizieren.
Wir von FOREF fordern auch in Deutschland ein Bewusstsein für Lebens- und Weltanschauungsfreiheit, deren Wesenskern kultureller, wissenschaftlicher und intellektueller Art die Religionsfreiheit immer war und ist. Deutschland sollte insoweit weniger auf andere Länder und deren Probleme zeigen, sondern sich selbst reflektieren. Grundrechte und -freiheiten sind jeden Tag aus neue zu erkämpfen.
Deutschland braucht ein ein Bewusstsein für Lebens- und Weltanschauungsfreiheit, deren Wesenskern kultureller, wissenschaftlicher und intellektueller Art die Religionsfreiheit immer war und ist
Barack Obama wusste schon, dass man den Wandeln nicht einfach durch Untätigkeit abwarten kann: „Veränderung wird nicht kommen, wenn wir auf andere Menschen oder einen anderen Zeitpunkt warten. Wir sind diejenigen, auf die wir gewartet haben. Wir sind die Veränderung, die wir suchen.“ Oder um es auf den Punkt zu bringen: Wir sind FOREF, frei nach Orwell in 1984 der kleine Bruder mit dem großen Anliegen und der lauten Stimme, der immer wachsam ist.
Über Michael Langhans
Michael Langhans, Executive Direktor Foref für Deutschland plädiert dafür, den Blick auf Deutschland im Herzen von Europa zu richten: Auch hier ist vieles ungeklärt und Religionsfreiheit eine Norm unter vielen.
Dieser Artikel erscheint in drei Teilen
1/3 Einflussnahme am Beispiel Go&Change
2/3 Rückblick Zwölf Stämme und Orden der Transformanten
3/3 Forderungen FOREF



Diese Initiative von FOREF Deutschland ist sehr zu begrüssen! 👏👏👏